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Archiv

01.12.2009

Wechsel in der Geschäftsführung der SZMF

Verehrte Kunden und Partner, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,

im September gab es einige personelle Veränderungen im Management der SZMF: Prof. Matthias Niemeyer wechselte in den Vorstand der KHS AG, einer Gesellschaft des Salzgitter Konzerns. Das frühere Mannesmann Forschungsinstitut und die ehemalige Salzgitter Forschung hat er in den vergangenen Jahren mit hervorragenden Resultaten zu einer erstklassig aufgestellten Forschungsgesellschaft zusammengeführt und die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt.

Dr. Joachim Kroos wechselte in die Salzgitter Flachstahl GmbH und übernahm dort die Verantwortung für die Technische Kundenberatung. Als Leiter der Werkstoffentwicklung in Salzgitter hat auch er - insbesondere bei der Entwicklung unseres neuen HSD-Stahls (High Strength and Ductility) und des BCT-Prozesses (Belt Casting Technology) - hervorragende Resultate erzielt. Beiden rufe ich an dieser Stelle unseren herzlichen Dank für ihre sehr erfolgreiche Arbeit und den besten Erfolg für ihre neuen Aufgaben zu! Vorerst wird Dr. Thorsten Reier die Werkstoffentwicklung kommissarisch neben der Oberflächentechnik betreuen.

Ich selbst freue mich auf meine neue Verantwortung als Geschäftsführer der SZMF. Im Rahmen eines sehr gelungenen Technischen Symposiums und eines nicht minder schönen Familientages am Standort Duisburg hatte ich bereits die Gelegenheit, viele von Ihnen persönlich kennenzulernen. Daher möchte ich mich an dieser Stelle nur sehr kurz vorstellen: Abitur am Görres-Gymnasium in Düsseldorf; Ausbildung zum Reserveoffizier; Studium der Eisenhüttenkunde in Aachen; ab 1992 verschiedene Funktionen im Kaltwalzwerk und in der Oberflächenveredelung der heutigen Salzgitter Flachstahl GmbH; Dissertation zum Thema Optimierung der Feinblechoberflächen und Entwicklung des Pretex-Verfahrens zur definierten Erzeugung der Feinblechoberflächen; umfangreiche Produktionsbetriebs-, Produkt- und Kundenerfahrung, u.a. als Betriebschef der Finalbetriebe und zuletzt seit 2002 als Betriebsdirektor des Produktbereichs Kaltflach; 44 Jahre alt, verheiratet und drei Kinder. Viele von Ihnen werden sich fragen, welche Veränderungen "mit dem Neuen" jetzt anstehen. Auch der inzwischen etwas tiefere SZMF-Einblick bestätigt mir, dass wir technisch und organisatorisch hervorragend aufgestellt sind. Insofern wird sich wohl nicht so viel ändern. Einige grundsätzliche Leit-Gedanken möchte ich Ihnen aber doch nennen: Unternehmen wie die Salzgitter AG haben in erster Linie die Aufgabe, eine ökonomische Leistung für den Markt zu erbringen oder anders gesagt, Kunden zufriedenzustellen. Um das auch nachhaltig zu gewährleisten, ist Innovation zwingend notwendig. Damit meine ich nicht die alltäglichen Produkt- und Prozessoptimierungen, sondern echte Innovation. Diese braucht zunächst einmal Ideen. An diesen mangelt es in aller Regel nicht, sondern an denen, die sie effizient und effektiv verwirklichen. Viele sind zu ungeduldig. Sie ziehen jede Woche die Rüben heraus, um die Ernte abzuschätzen. Wirkliche Innovation braucht aber ihre Zeit bis zur Reife. Und sie braucht hervorragend qualifizierte und engagierte Mitarbeiter mit klaren Zielen, geeigneten Arbeitsbedingungen und vor allem der Möglichkeit zur Konzentration auf wenige wichtige Aufgaben.

In der Sicherstellung dieser Rahmenbedingungen sehe ich eine der wichtigsten Führungsaufgaben. Wer diese Grundsätze befolgt, hilft seinen Mitarbeitern, ihre individuellen Stärken effizient und effektiv in Innovationsergebnisse zu transformieren.

Ein gutes Beispiel für erfolgreiche Innovation ist unser neuer HSD-Stahl, dessen Entwicklung wir schon lange mit hoher Priorität verfolgen. Erst jetzt zeigen sich die ersten beeindruckenden Erfolge in der automobilen Anwendung.

Gerade in der gegenwärtigen Krise, die uns sicher noch einige Zeit begleiten wird, reagieren viele Unternehmen reflexartig mit umfassenden Kostenreduzierungsprogrammen und auch drastischen Einschnitten bei Forschung und Entwicklung. Wer aus der Krise gestärkt hervorgehen und die Chancen nutzen will, muss jedoch neben professionellem Cash- und Liquiditätsmanagement seine Anstrengungen in puncto Innovation noch verstärken. Alles andere führt langfristig nicht zum Erfolg. Bildlich ausgedrückt: Die Fastenkur allein macht nicht gesund; notwendig ist darüber hinaus ein geeignetes Fitnessprogramm.

In diesem Sinne setze ich auf eine gute und erfolgreiche Zusammenarbeit mit Ihnen allen, gleich ob Kunde, Partner oder Mitarbeiter. Mit bestem Dank für Ihre Unterstützung und einem herzlichen Glückauf!

Dr. Benedikt Ritterbach
Auszug aus "SZMF aktuell" Ausgabe 2/2009

 

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