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Archiv

01.02.2009

Kundenprojekt mit der Hörmann Automotive Components GmbH

Grobblech-FLC an hochfestem Stahlwerkstoff ermittelt

Die virtuelle Auslegung bei der Entwicklung von Bauteilen ist heute unverzichtbar. So können Umformprozesse und Produkteigenschaften bereits optimiert werden, bevor ein erstes Bauteilmuster gefertigt wird. Zur Erhöhung der Vorher-sagegenauigkeit werden ständig Verbesserungen an den Berechnungsmodellen durchgeführt. Doch die genutzte Software kann noch so gut sein - die wohl wichtigste Voraussetzung für eine realitätsnahe Abbildung der Blechumformung sind die richtigen Materialdaten. Dabei spielt die Grenzformänderungskurve (Forming Limit Curve - FLC) eine entscheidende Rolle, um das Versagen des Bauteils in der virtuellen Welt richtig voraussagen zu können.

Um auch in Zukunft Werkstoffneuentwicklungen im Bereich der höchstfesten Blechwerkstoffe charakterisieren zu können, instal-lierte die SZMF Mitte 2007 eine 1.000 t Dieffenbacher Impress Umformpresse (vgl. SZMF aktuell 2/2007). Zur Kennwertaufnah-me mittels Umformpresse entwickelte und baute die Salzgitter Automotive Engineering GmbH ein modulares FLC-Werkzeug. Es ermöglicht die FLC-Aufnahme nach Norm, und bei Verwendung von größeren Stempel/Matrizeneinsätzen können auch Material-proben bis zu einer Blechdicke von 6 mm geprüft werden.

Eine erste Anfrage zur Grobblech-FLC-Ermittlung erreichte die Abteilung Umformtechnik der SZMF Anfang 2008 von der Hör-mann Automotive Components GmbH. Die besondere Kompetenz von Hörmann liegt im Bereich der Grobblechverarbeitung. Gefertigt werden Längsträger sowie Anbauteile für LKW-Rahmen aus hochfesten Werkstoffen in Materialdicken bis 15 mm. Hörmann erarbeitet im Rahmen von Grundlagenuntersuchungen, in Kooperation mit Hochschulen und der SZMF, Materialkenn-werte für die Umformsimulation. Ziel ist es, die Genauigkeit der Simulation zu erhöhen, um einen möglichst kostengünstigen und stabilen Fertigungsablauf bereits bei der Methodenplanung zu gewährleisten. In diesem Zusammenhang wurde die Grenzform-änderungskurve für den Werkstoff S420MC mit einer Blechdicke von 5,5 mm erfolgreich ermittelt. Aus diesem Material wird bei Hörmann ein sehr anspruchsvolles Ziehteil gefertigt, das später als Fahrwerksteil in Baureihen der MAN Nutzfahrzeuge AG zum Einsatz kommt.

Die SZMF unterstützt die numerische Simulation bei ihren Kunden wie Hörmann Automotive, und sie stellt besondere Werk-stoffkennwerte für die Simulation zur Verfügung. Durch gezielte Investitionen ist es möglich, auch in Zukunft die Bereitstellung von Materialkennwerten von höchstfesten Stählen bis zu einem Blechdickenbereich von 6 mm zu gewährleisten.

Ansgar Geffert

 


FLC-Werkzeug mit Materialprobe und integriertem optischen Messsystem

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