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01.09.2008
Vermeidung von Kaltrissen
Mit der Tendenz zu immer höher festen Werkstoffen steigt die Gefahr der wasserstoffinduzierten Kaltrisse bei der schweißtechnischen Verarbeitung. Eine mögliche Quelle für diese in der Schweißtechnik gefürchtete Rissbildung können die Schweißzusatzwerkstoffe sein. So kann beim UP-Schweißen beispielsweise durch unsachgemäße Lagerung der Feuchtegehalt der Schweißpulver ansteigen, was wiederum zu einem erhöhten Wasserstoffeintrag in die Schweißnaht führen kann. In der schweißtechnischen Produktion ist es deshalb sinnvoll, regelmäßige Überprüfungen und Kontrollen des Feuchtegehaltes der Schweißpulver durchzuführen. Der Nachweis darüber wird teilweise auch von Kunden und Auftraggebern verlangt.
Die Salzgitter Mannesmann Forschung in Duisburg hat dazu eine neue Meßmethode in Form eines Wasseranalyse-Ofens der Firma LECO eingeführt. Die Methode basiert auf der Erwärmung einer kleinen Pulverprobe bei Temperaturen von über 900°C. Ein hochreines Trägergas (Stickstoff oder Sauerstoff) spült die aus der Probe entweichende Atmosphäre zu einen Infrarotsensor, der in wenigen Minuten den Feuchtewert bestimmt. Die Temperaturen und Trägergase können je nach Kundenanforderungen oder Spezifikation individuell angepasst werden. Im Prozessrechner, der Teil der Anlage ist, wird der zeitliche Verlauf der Messung aufgezeichnet und der aufintegrierte Gesamtmesswert angezeigt. Durch entsprechende Analyseprogramme, die vom Bedienpersonal vor den Messungen festgelegt werden, können auf Wunsch auch die Gesamtfeuchtigkeitsgehalte oder Kristallwasseranteile getrennt ausgewertet und dargestellt werden. Dabei können Rampen mit verschiedenen Analysetemperaturen und -zeiten definiert werden. Regelmäßig durchzuführende Kalibrierungen und Wartungsintervalle sichern eine ausgezeichnete Messgenauigkeit. Dieses Gerät weist zudem auch einige Vorteile gegenüber der konventionellen Karl-Fischer Methode auf. So kann beispielsweise auf Titrierflüssigkeiten gänzlich verzichtet werden. Seit mehreren Monaten hat sich diese qualitätssichernde Maßnahme bereits in der Großrohrfertigung etabliert.
Die Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH ist das zentrale Forschungsunternehmen des Salzgitter Konzerns. Sie betreibt mit über 300 Mitarbeitern umfassende Forschungs- und Entwicklungsarbeiten rund um den Werkstoff Stahl, wobei sie dabei auf eine mehr als 70jährige Erfahrung zurückblicken kann.
Die F&E-Aktivitäten konzentrieren sich im Wesentlichen auf die Schlüsselbereiche
- Entwicklung neuer Werkstoffe und Anwendungsfelder
- Herstellung, Verarbeitung und Anwendung von metallischen Werkstoffen
- Material- und Bauteilcharakterisierung einschließlich Prüfverfahren
- Anwendungstechnik von der Bauteilauslegung über Umformtechnik bis zur Fügetechnik
- Oberflächentechnik mit Veredelungssystemen und ihrer Charakteristik
- Automatisierungs- und Prüftechnik, Bau von zerstörungsfreien Prüfanlagen.
Ergänzend zu den F&E Aktivitäten werden eine Reihe von produktionsbegleitenden Dienstleistungen durchgeführt. Zu den Kunden zählen neben den Unternehmen der Salzgitter AG zahlreiche führende Unternehmen aus vielen Industriebereichen.
Veröffentlichung "der praktiker", DVS Media, Dez. 2008
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