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Archiv

01.06.2007

Neue Universalfügepresse für mechanische Verbindungssysteme

Die Fügetechnik der Salzgitter Mannesmann Forschung stellt sich dem Trend zunehmendem Einsatz mechanischer Fügetechnik und hat eine neue Fügepresse für mechanische Verbindungstechniken in Betrieb genommen.

Die feinblechverarbeitenden Kunden der SZFG setzen mechanische Fügetechnik ein, um neue Blechsysteme Oberflächenschonend zu fügen oder auch Mischverbindungen aus Stahl mit anderen Werkstoffen zu realisieren. Mit der neuen Universalfügepresse lassen sich verschiedene im Einsatz befindliche Fügeverfahren in der blechverarbeitenden Industrie umsetzen:

  • Einstufige nichtschneidende oder schneidende Clinchverfahren
  • Stanznieten mit Halbhohlstanzniet
  • Stanznieten mit Vollstanzniet
  • Setzen von Funktionselementen

Die Anlage ist in der Lage, durch einen elektrischen Antrieb die Prozessführung flexibel zu gestalten. Gegenüber serientypischen Fügepressen besteht hier keine Kopplung zwischen Niederhalter und Fügestempel. Somit kann jede Niederhalterbauweise, ob hydraulisch oder über durch Federkopplung wirkend, im Experiment nachgefahren werden. Daher kann die Funktionsweise nahezu jeder Fügepresse beim Kunden im Labor von SZMF nachempfunden werden.

Die Eigenschaften des Prüfstandes lassen sich im Steckbrief wie folgt beschreiben:

  • Setzkraft bis 100 kN
  • variabel einstellbare Setzgeschwindigkeit von 0,1 bis 80 mm/s
  • separat regelbarer Niederhalter bis 10 kN Kraft

Neben der Tatsache, dass mit dieser Anlage die Unterstützung des Kunden bei laufenden Prozessen in bester Weise garantiert ist, wird mit der neuen Anlage auch die Weiterentwicklung von Fügeprozessen in Kombination mit neuen Werkstoffsystemen betrieben. Durch die gezielte Variation von Fügegeschwindigkeit und Niederhalterwirkung kann die lokale Beschädigung von organischen Beschichtungen durch den Fügevorgang reduziert werden.

Im Fokus steht auch die Betrachtung der kombinierten Fügetechnik, bestehend aus mechanischem Fügen und Kleben, wie sie bereits im AUDI A8 oder auch im 5er BMW eingesetzt wird. Durch eine Anpassung der Stempelgeschwindigkeit und der Niederhalterwirkung über den Prozess der Verbindungserstellung kann die Verdrängung des Klebstoffes zwischen den Blechen so gesteuert werden, dass sich nachher optimierte Verbindungen ergeben. Diese übertragen im Hinblick auf optisches Erscheinungsbild und Tragverhalten die Eigenschaften des Blechwerkstoffes in Verbindungseigenschaften.

Mit diesen neuen Möglichkeiten ist ein weiterer Schritt getan, um den Kunden der SZFG zu helfen, die exzellenten Produkteigenschaften der Blechwerkstoffe in Bauteileigenschaften zu überführen.

Dr. Wilko Flügge
aus "INTERN" Ausgabe 13

 

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