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01.11.2004
Oberflächen- und Schichtanalytik
bei
oberflächenveredeltem Feinblech
Beispiel: Dünnphosphatierung auf verzinktem Feinblech
Besonders in der Automobilindustrie ist die Nachfrage nach
beschichtetem Feinblech kontinuierlich gewachsen und führt zur
Substitution von unbeschichtetem Stahlblech.
Dünne Phosphatschichten von 30 – 60 mg/m² Phosphor (Nickel,
Mangan, Zink-Phosphat) auf elektrolytisch (ZE)- und
feuerverzinktem (Z) Stahl verbessern die Umformbarkeit beim
Tiefziehen und die Korrosionsbeständigkeit. Im metallkundlich /
metallografischen Labor der Salzgitter Mannesmann Forschung GmbH
wird die Topografie und die chemische Zusammensetzung der
Dünnphosphatierung ermittelt, um so ein vollständiges Bild von
Werkstoffen und Werkstoffsystemen zu erhalten.
Die Elektronenstrahlmikroanalyse (ESMA) wird verwendet, um
die Struktur von Oberflächen darzustellen und um die chemische
Zusammensetzung im Mikrobereich zu analysieren. Die sehr dünnen
amorphen Phosphatschichten (etwa 1/2000 der Dicke eines
menschlichen Haares) sind erst bei hohen Vergrößerungen
erkennbar (Bild 1).
Unser modernes EDX-System ist in der Lage, in wenigen Minuten
eine qualitative und quantitative Elementanalyse durchzuführen.
Dabei werden alle Elemente ab Ordnungszahl fünf (Bor)
gleichzeitig gemessen; wahlweise als Punkt-, Linien- oder
Flächenanalyse.
Am Glimmentladungsspektrometer (GDOES) wird die chemische
Zusammensetzung mit hoher Tiefenauflösung bestimmt. Es entstehen
quantifizierte Konzentrationsprofile. Für jedes ausgewählte
Element , z.B. Phosphor, wird die Auflage in mg/m² berechnet (Tabelle 1).
Die durch Oberflächen- und Schichtanalytik gewonnenen
Erkenntnisse dienen somit zur Optimierung der
Herstellungsparameter neuer Beschichtungen.
Dipl.-Ing. Sybille Preißler |